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Aktuelle Gästebefragung: Hoher Stammgästeanteil, gestiegene Erwartungen

15.06.2026

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6 min

MV verzeichnet weiterhin hohen Stammgästeanteil / Gäste anspruchsvoller / Gesamtzufriedenheit und Weiterempfehlungsabsicht hoch / Gastfreundschaft wird zunehmend wichtiger

Besuchserfahrung MV im Zeitvergleich © Benchmark Services/MV Tourismus GmbH

Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ist beliebt, seine Gäste sind anspruchsvoll und bewerten einzelne touristische Angebote kritischer. Das ist das Fazit, das die MV Tourismus GmbH aus einer im Jahr 2025 vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern beauftragten und durch Benchmark Services erhobenen Gästebefragung zieht. Befragt wurden mehr als 10.000 Übernachtungsgäste ab 15 Jahren mittels Onlinetool und analogen Fragebögen, die in Mecklenburg-Vorpommern einen Aufenthalt verbracht haben. Die Ergebnisse sind repräsentativ und lassen wichtige Schlüsse zu. „Die Befragung zeigt, wie beliebt unser Urlaubsland ist. Sie zeigt uns Stärken und Potenziale auf und macht sichtbar, wo wir gemeinsam mit unseren Partnern ansetzen müssen, um den Tourismus im Land gezielt weiterzuentwickeln“, sagt Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH. 

Gesamtzufriedenheit und Weiterempfehlungsabsicht hoch
83 Prozent der Gäste gaben an, mit ihrem Aufenthalt insgesamt (sehr) zufrieden zu sein. Insgesamt bewerteten die befragten Gäste ihren Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern mit der Note 1,8. 78 Prozent der Gäste wollen in den nächsten drei Jahren (sehr) sicher wieder einen Urlaub in ihrem Urlaubsort in Mecklenburg-Vorpommern verbringen. 85 Prozent der Gäste würden ihre Reiseregion (sehr) sicher weiterempfehlen. Die direkt nach der Corona-Pandemie 2022/23 erhobenen Vergleichszahlen* zeigten leicht höhere Werte. Dies sei vor allem auf die erleichterte Stimmung nach dem Ende der strengen Schutzmaßnahmen zurückzuführen, als Reisen wieder möglich waren, analysieren die Meinungsforscher*innen im Team der MV Tourismus GmbH.

Hohe Gästebindung bleibt besondere Stärke 
Die Befragung bestätigt eine nach wie vor hohe Loyalität der Gäste. Rund 70 Prozent (vgl.: 2022/2023: 71 Prozent) waren bereits mehrfach im Land zu Gast, 44 Prozent (vgl.: 2022/2023: 39,5 Prozent) unternehmen sogar mehrmals im Jahr eine Reise nach Mecklenburg-Vorpommern. Lediglich sieben Prozent (vgl.: 2022/2023: 7,1 Prozent) besuchten das Land erstmals. 

Neue Zielgruppen gewinnen an Bedeutung
Das Durchschnittsalter der Gäste liegt inzwischen bei knapp 56 Jahren und ist damit gegenüber früheren Befragungen weiter gestiegen. Hieraus ergibt sich eine besonders wichtige Aufgabenstellung: „Wir müssen verstärkt neue Reisende, sprich: Neukunden gewinnen und vor allem jüngere Zielgruppen begeistern, z. B. durch Sportevents oder Festivals, aber auch durch eine gezielte Kommunikation“, kommentiert Peter Kranz das Ergebnis. 

Natur und Erholungswert sind reiseentscheidend
57 Prozent der Befragten geben Natur und Landschaft als Gründe für die Wahl ihres Reiseziels an, 54 Prozent den Erholungswert. Beide Faktoren bilden die mit Abstand wichtigsten Potenziale des Landes – und das nicht nur aus Sicht von Gästen in ländlichen Gebieten. Auch für die Befragten in Städten wie Rostock, Schwerin oder Stralsund sind die umgebende Natur und der Erholungswert ausschlaggebend für die Reisentscheidung. 

Passend zum starken Naturbedürfnis misst die Studie auch eine hohe Umweltsensibilität der Gäste. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass Umwelt- und Klimaverträglichkeit eine Rolle bei ihrer Reiseplanung gespielt haben. 

Qualität wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor
Die Untersuchung zeigt auf, welche Faktoren über einen gelungenen Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden: Neben der Unterkunft zählen insbesondere die Gastfreundschaft, das gastronomische Angebot, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Erreichbarkeit zu den grundlegenden Qualitätsmerkmalen für die Gäste. 

Hier wird deutlich, wo die Gäste Verbesserungspotenziale sehen. Zu nennen sind hier insbesondere ein im Vergleich zur letzten Befragung schwächer bewertetes Schlechtwetterangebot sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Auffällig ist, dass zahlreiche Angebotsfaktoren heute kritischer beurteilt werden als noch vor drei Jahren. Dazu zählen unter anderem das Angebot für Familien sowie Rad-, Wander- und Wassersportangebote. „Gestiegene Qualitätsansprüche infolge eines insgesamt höheren Preisniveaus dürften hierfür den Ausschlag geben.“, so MV-T Geschäftsführer Peter Kranz. Unabhängig von den Ursachen unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer konsequenten Weiterentwicklung der touristischen Angebotsqualität. „Wir wollen gemeinsam Antworten und Wege finden, um die Wahrnehmung der Qualität unseres Urlaubslandes mit seinen Angeboten zu verbessern, aber auch die Herausforderungen anzugehen, die sich im kritischen Blick unserer Gäste zeigen“, so Kranz. 

Starke Daten-Grundlage
Der besondere Wert der Befragung liegt in den vielfältigen, auch regions- und ortsspezifischen Auswertungsmöglichkeiten. Über ein interaktives Dashboard können die Daten nach Zeiträumen, Zielgruppen und verschiedenen Segmenten differenziert ausgewertet werden. Peter Kranz: „Wir möchten diese Möglichkeiten nutzen, um mit unseren Partnern in den Regionen, im Land und insbesondere in der Branche ins Gespräch zu gehen. Ziel ist es, den Tourismus in unserem Land auf allen Ebenen gezielt und datenbasiert voranzubringen.“ 

Hintergrund:

Mehr Gäste im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Von Januar bis Dezember 2025 wurden rund 8,2 Millionen Gäste (+1,7 Prozent) an das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern gemeldet, die etwa 33,3 Millionen Übernachtungen (+1,2 Prozent) im Urlaubsland verbracht haben. Die Zahlen belegen die weitere Erholung des Reisemarktes und bewegen sich inzwischen fast auf Vor-Corona-Niveau (zum Vergleich 2019: rund 8,4 Millionen Ankünfte, rund 34 Millionen Übernachtungen). Auch im ersten Quartal 2026 setzt sich eine erfolgreiche Entwicklung fort: Von Januar bis März 2026 wurden rund 1,1 Millionen Gäste (+6,1 Prozent zu 2025) an das Statistische Bundesamt gemeldet, die etwa vier Millionen Übernachtungen (+4,0 Prozent zu 2025) im Urlaubsland verbracht haben.

Weitere Kernergebnisse in Kurzform:

Die meisten Gäste kommen aus Sachsen 
Die meisten Befragten kommen – wie auch schon in der Befragung von 2022/23 – aus Sachsen (13,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11,3 Prozent). Es folgen Niedersachen (10,4 Prozent), Berlin (10,1 Prozent) und Brandenburg (9,7 Prozent). Mehr als jeder zweite Umfrage-Teilnehmende kam aus den ostdeutschen Bundesländern (55 Prozent) inklusive Berlin. Zwei Prozent der Befragten gaben an, aus dem Ausland nach MV gereist zu sein.

Aufenthaltsdauer auf dem Niveau der Vorjahre 
Die Befragten geben an, im Schnitt 8,4 Nächte (vgl.: 2022/2023: 8,7 Nächte) im Land zu bleiben. Auf der Insel Rügen bleiben die Gäste am längsten (10 Tage), gefolgt von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (9,4 Tage) und der Mecklenburgischen Seenplatte (8,5 Tage). Die kürzeste Aufenthaltsdauer verzeichnet die Region Mecklenburg-Schwerin (6,3 Tage).

Anteil der Alleinreisenden steigt
Der Anteil der Alleinreisenden ist gestiegen (11 Prozent; vgl.: 2022/2023: 9 Prozent). 56 Prozent reisten mit dem Partner oder der Partnerin (vgl: 2022/2023: 56 Prozent) an.

Anteil der Elektroautos liegt noch bei unter zehn Prozent
Bei den Hauptanreiseverkehrsmitteln steht der PKW mit rund 69 Prozent an der Spitze. Der Anteil an Elektroautos beziehungsweise Hybridwagen liegt noch bei 8 Prozent. Zwölf Prozent der Befragten reisten mit der Bahn an. Vor Ort waren 48 Prozent mit dem PKW unterwegs; rund 40 Prozent zu Fuß und rund 28 Prozent nutzten den ÖPNV. Rund 20 Prozent nutzten Fahrräder und rund 17 Prozent E-Bikes. 

Hotels und Ferienwohnungen bei Beherbergungsarten vorn
Jeder dritte der befragten Gäste (33 Prozent) nutzt im MV-Urlaub ein Hotel oder Hotel garni. Rund 40 Prozent wohnen in gemieteten oder eigenen Ferienwohnungen, - häusern oder Appartements und rund 11 Prozent waren auf Campingplätzen oder Reisemobilstellplätzen untergebracht. Beim Thema Verpflegung gaben Gäste im Durchschnitt an, während ihres Aufenthaltes mehr als viermal ein Restaurant und fast fünfmal ein Café oder einen Imbiss besucht zu haben. 

Spazierengehen ist beliebteste Urlaubsaktivität
Zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten gehörten Spazierengehen (78 Prozent), regionaltypische Speisen oder Getränke genießen (40 Prozent) sowie das Baden im Meer (40 Prozent). Weiterhin besichtigen Gäste gern kulturelle Sehenswürdigkeiten (39 Prozent), fuhren Rad (39 Prozent) oder wanderten (37 Prozent).

Gastfreundschaft gewinnt an Bedeutung 
Für einen Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern wurden folgende Faktoren als die wichtigsten fünf identifiziert: die Unterkunft (83 Prozent), die Gastfreundschaft (68 Prozent), die Gastronomie (66 Prozent), das Preis-Leistungs-Verhältnis (50 Prozent) und die Erreichbarkeit (48 Prozent). Diese entscheiden über einen gelungenen Aufenthalt im Urlaubsland. Im Vergleich deutlich zugenommen hat dabei das Thema Gastfreundschaft (vgl.: 2022/2023: 46 Prozent).

Gäste werden anspruchsvoller
Bewertet wurde die Zufriedenheit mit dem touristischen Angebot (Skala von eins = sehr zufrieden bis sechs = sehr unzufrieden). Die Unterkunft wurde von den Befragten durchschnittlich mit 1,8 (vgl.: 2022/2023: 1,7), die Gastfreundschaft mit 2,0 (vgl.: 2022/2023: 1,8) und die Gastronomie mit 2,3 (vgl.: 2022/2023: 2,1) benotet. 

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Thema Preis-Leistungs-Verhältnis, das Gäste mit 2,8 (vgl.: 2022/2023: 2,5; vgl.: 2015/2016: 2,2) bewerteten. Potenzial für eine Optimierung sehen Gäste auch bei den Schlechtwetterangeboten (vgl.: 2025: 3,0; 2022/2023: 2,8; 2015/2016: 2,9). Kritischer in ihrer Bewertung sind die befragten Gäste im Vergleich zur Befragung 2022/2023 bei Angeboten für Familien (von 1,9 auf 2,5), beim radtouristischen Angebot (von 1,9 auf 2,3), beim wandertouristischen Angebot (von 1,8 auf 2,2) sowie beim Wassersportangebot (von 1,9 auf 2,5).

Jeder zweite Gast nahm keine Belastungen durch den Tourismus wahr 
Belastungen durch den Tourismus wurden 2025 von den Gästen deutlich seltener wahrgenommen: Rund 50 Prozent der Gäste haben keine Belastungen durch den Tourismus festgestellt (vgl.: 2022/2023: 38 Prozent). Am häufigsten sind Gästen Verkehrsbelastungen oder Stau (29 Prozent, vgl.: 2022/2023: 40 Prozent) und Überfüllung, beziehungsweise ein zu hohes Gästeaufkommen (22 Prozent, vgl.: 2022/2023: 36 Prozent) aufgefallen.

*durchgeführt von Benchmark Services 

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