04.04.2025
0
3 min
Eine Business Intelligence-Lösung (BI) für den MV-Tourismus hat das Potenzial, mehr zu verändern als nur den Tourismus.
Gemeinsam mit dem Deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif), Daten- und Tourismusexperten der IT-Beratung NTT DATA Deutschland SE und der wissenschaftlichen Begleitung durch das Deutsche Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste hat der Tourismusverband MV von November 2024 bis März 2025 ein digitales Werkzeug für datengetriebenes Destinationsmanagement – eine Business Intelligence-Lösung – vorgedacht. Damit können auf Basis von Fakten, unter anderem zu Themen wie es den Gästen geht, was sie wirklich brauchen, wohin sie reisen, was sie suchen oder was ihnen fehlt, fundierte Entscheidungen getroffen werden.
Vom Projekt zum Produkt: Die Datenlösung als Fundament für die Zukunft
Dieses BI-System ist mehr als nur ein digitales Dashboard. Es ist ein intelligentes, sehr komplexes Nervensystem, das Daten aus verschiedensten Quellen bündelt und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableitet – für Touristiker, Kommunen, Verwaltungen. Ziel ist es, ein dauerhaft nutzbares Produkt zu entwickeln, das weit über einzelne Kampagnen oder Saisons hinausreicht. In Dänemark wird eine touristische BI-Lösung seit einigen Jahren aufgebaut, mit der bereits erste praktische Erfolge erzielt werden können.
Modular denken, Schritt für Schritt umsetzen
Die Fülle an möglichen Kennzahlen und Anwendungsfällen ist groß. Daher empfehlen die o. g. Verfasser der Vorstudie dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ein agiles, modulares Vorgehen, bei dem zu Beginn die wichtigsten Kennzahlen und Anwendungsfälle priorisiert werden.
Mit Pilotdestinationen soll jeweils ein sogenanntes MVP – Minimal Viable Product – erstellt werden. Ein MVP ist eine einfache, funktionierende Lösung, die schnell Nutzen bringt und aufzeigt, wie BI in der Praxis wirkt. Daraus wächst die Lösung Stück für Stück weiter, begleitet von denjenigen, die sie nutzen: Touristiker, Kommunen und Verwaltung. Dieser Entwicklungsansatz folgt dem Prinzip der Schwungradmethode, welches in der Digitalstrategie für den Tourismus MV erarbeitet wurde.
Ein Datenökosystem für alle – nicht nur für den Tourismus
Der vielleicht größte Wert dieser BI-Lösung liegt darin, dass sie über den Kerntourismus hinaus wirkt. Daten über Besucherströme, Mobilitätsverhalten oder Auslastung helfen nicht nur Hotels und Destinationen. Sie sind ebenso wertvoll für Verkehrsplanung, kommunale Entwicklung und Standortförderung. So wird aus einem Projekt für den Tourismus eine Triebfeder für die Landesentwicklung.
Die nächsten Schritte
In 2025 und 2026 sollen neben den MVPs in Pilotregionen auch die Ideen zur langfristigen Finanzierung, die neben dem Tourismus auch Digitalisierungsförderprogramme und weitere Nutzende mit einschließen, in konkrete Businesspläne und ein Anschub-Projekt umgewandelt werden. So kann nach drei bis fünf Jahren ein nachhaltiges, gemeinsames Datenökosystem entstehen, das für alle tragfähig und leistbar ist.
Aber schon heute zeigt sich: Wer datenbasiert entscheidet, entscheidet besser. Mecklenburg-Vorpommern könnte hier Vorreiter werden – als Modellregion für digitale Transformation und intelligente Datennutzung im Deutschlandtourismus und als Blaupause für andere Bundesländer, die erkennen, dass Daten der Schlüssel zu Transparenz, Nachhaltigkeit und Fortschritt sind.
Fazit: Zukunft ist eine Frage der Entscheidung
Dieses BI-Projekt ist mehr als nur eine Softwareeinführung. Es ist ein mutiger Schritt in Richtung datenbasierter Zukunft. Wer heute investiert – in Technologie, in Zusammenarbeit, in gemeinsames Lernen –, wird morgen handlungsfähig, krisenfest und innovationsstark sein.
Wir halten Sie hier auf statistik.tourismus.mv auf dem Laufenden über den Fortgang des Projektes.
Rückfragen zum Thema beantwortet gern Dr. Christopher Kaatz unter c.kaatz@auf-nach-mv.de.
Und abschließend ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden der Workshops, die ihr wertvolles Wissen und ihre Zeit eingebracht habt.